Samstag, 4. Februar 2012
Tag 6-8: Valparaíso & Viña del mar
Guten morgen liebe Leute.
Ich befinde mich gerade in Chiles wohl schönster Stadt - Valparaíso!
Nachdem wir den eigentlichen Plan, nach La Serena/Coquimbo zu fahren, durch den eine dreitägige Jeeptour über den Salar de Uyuni zu machen ersetzt hatten, verwarfen wir aus mehreren Gründen gleich beides und entschlossen uns für Valparaíso!
Mittwoch morgen um 10 Uhr setzten wir uns in San Pedro in den Bus, der uns na la Serena hätte bringen sollen - zu unserem Glück konnten wir sogar durchfahren bis nach Santiago - 24Stunden Busfahrt! Dort angekommen direkt weiter nach Valparaíso. Am Terminal empfiehl uns dann eine Frau ein kleines Hostel welches wir dann auch direkt bezogen.
Nachmittags erkundeten wir dann auf eigene Faust Valparaíso. Eine schöne Hafenstadt, Nachbar des ebenso bekannten Viña del Mar, mit einer schönen Innenstadt, vielen grünen Plaza's, einer großartigen Geschichte und beheimatet auf mehr als 40 Hügeln erhebt sich der so bekannte Riese. Kleine, enge und steile Gassen wo man hinschaut. Restaurierte oder auch vollkommen unbearbeitete Häuserfassaden so weit das Auge reicht. Gebäude im neoklassizistischen Stil reihen sich um die Plaza's, der künstlerische Einfluss aus vielen Jahrhunderten ist überall zu sehen - der Einfluss deutscher, italienischer und britischer Baustile ist klar zu erkennen.
Während das Stadtzentrum im "Erdgeschoss" liegt, liegen die Wohnviertel auf den Hügeln. Die reichen und/oder schönen haben sich die Hügel mit Meerblick gesichert, auch Studenten bewohnen ihre eigenen Viertel. Die Armen bewohnen ebenfalls ihre eigenen Hügel, deren erklimmen als unsicher gilt. Grade als wir auf einen solchen zuschlenderten wies uns die Polizei freundlich darauf hin, dort besser nicht lang zu gehen genau so wie am Vortag eine alte Dame sich uns scheinbar planlos ausschauenden Touristen annahm und und wieder von einem Hügel runterschickte.
Was das Programm hier angeht, klappern wir Lukas Reiseführer ab und weichen hier und da mal von der Route ab um die ein oder andere schöne Ecke zu sehen.
Heute waren wir dann vormittags erst nochmal in Valparaíso unterwegs. 2 Museen und einfach die Stadt genießen stand auf dem Plan. Gegen Mittag schlenderten wir dann planlos von Gasse zu Gasse, sodass wie uns entschlossen einfach nach Viña del mar, den Nachbarort, zu fahren. Auch dort schlenderten wir von einer Sehenswürdigkeit zur anderen. Leider (eigentlich: ZUM GLÜCK) waren die Museen geschlossen. Ich wollte sie mir nur angucken, weil es im Reiseführer steht :D
Als es auf einmal dunkel wurde, und das um 16 Uhr, wollte ich grade gehen, als ich sah das es gar keine Wolke war, sondern Asche die in der Luft hing. Auf einem der Hügel (es sind ja mehr als 40) ist ein Waldbrand ausgebrochen. Heute in den Abendstunden wurde "Alarmstufe rot" ausgerufen denn aufgrund der Winde ist das Feuer außer Kontrolle. Mal abwarten ob das alles so stimmt. Jetzt wird lecker gekocht und dann .. Mal schauen!
Morgen geht's dann in aller Frühe los nach Mendoza. Dieses mal nur 8 Stunden Fahrt, jedoch inklusive Grenzüberfahrt. Bevor ich Dienstag Abend nach Buenos Aires fahre lass ich wieder von mir hören.
By the way: die ersten Postkarten sind raus ;)
Donnerstag, 2. Februar 2012
Tag 1-5: San Pedro und Umland
Sonntag morgen 10 Uhr. Hostel "Juriques" - ich werde wach, schlage die Augen auf und finde mich in meinem Hochbett wieder. 7 andere Betten stehen ebenfalls in dem großen Raum. Viele Betten sind schon leer also quäle auch ich mich aus dem gemütlichen Bett. Um 12 Uhr müssen wir auschecken und das Hostel wechseln. Aber erstmal Duschen und dann in die gemütliche Hängematte. Ich warte auf Lukas und dann geht's Frühstück kaufen und machen. Gut gestärkt wechseln wir also ins Hostel "Backpackers". Auch die haben Hängematten welche ich sofort testete nachdem ich mein "4-Mann-Domizil" bezogen hatte.
Während ich da so in der Sonne vor mich hin brutzelte und darauf wartete das es 16 Uhr wurde, kamen nach und nach immer mehr Leute. Israel, Australien, Argentinien, England, USA und - nicht zu knapp - Deutschland. Allein in unserem Hostel 7 Stück.
Für 50000 Pesos haben wir dann unsere 4 Tage in San Pedro vollkommen verplant. Um 16 Uhr sollte es am Sonntag wie gesagt losgehen. Pünktlich um 16.30 Uhr fuhren wir dann auch los. "Laguna Cejar" hieß das erste Ziel.
Diese Lagunen - es sind mehrere - liegen außerhalb von San Pedro (ca. 30 Minuten über Stock und Stein mitten in die Pampa rein.)
Türkis schimmert die eine, in der man leider nicht schwimmen darf aber dafür gibt's ja noch zwei andere. Ein Highlight - mitten in der trockensten Wüste der Erde - Lagunen. Wir konnten es kaum abwarten und sind rein. Das coole war, die Salzkonzentration war so hoch, das man garnicht richtig schwimmen konnte. Auch untergehen war nicht drin - eigentlich Ideal um Anfängerkurse für Nichtschwimmer zu geben ;-). Geschlagene 30 Minuten trieben wir von a nach b. 3 mal hab ich mich unkontrolliert von links nach rechts gedreht und dabei jedes mal Bekanntschaft mit den blöden scharfen Kanten des "Beckenrandes" gemacht. Ergebnis: viele kleine Kratzer die im Salzwasser ganz unglaublich gut brennen.
Dann hatte ich auch kein Bock mehr und bin raus. Das Salz aus meinem Gesicht hab ich mir abspülen lassen, den Rest wollte ich getrocknet an mir bewundern. Das mit dem trocknen ging ganz schnell denn es war so windig. Innerhalb von 2 Stunden hat das Wetter sich schlagartig geändert, sodass es später sogar noch anfing zu regnen. Währenddessen saßen wir aber ich Auto und fuhren an zwei weiteren Lagunen vorbei zu einem kleinen Salzsee.
Da es mittlerweile richtig kalt war gab es zum Aufwärmen ein Glas Pisco-Mango, ehe wir dann auch wieder richtig San Pedro fuhren. Um den Sonnenuntergang noch sehen zu können hielten wir mitten in der Wüste noch einmal an und sahen - wegen des vorherigen Regens - sogar 'n Regenbogen.
Zurück im Hostel, hatten zwei unserer Mitbewohner Pizza gekauft die dann nur noch belegt und gegessen werden wollte. Ziemlich müde, vollgefuttert und entsalzen ging's dann nach ein bisschen Geplauder ins Bett. Am nächsten morgen stand schon die nächste Tour an.
Montag 7 Uhr: "Lagunas Altiplanico" heißt das Ziel. Es geht hoch auf 4200 Meter (San Pedro liegt auf 2300 Metern Höhe.)
Ein Zwischenstopp an einem kleinen Salzsee der ziemlich flach und mineralhaltig ist - optimal für die Flamingos hier. Anstatt Krebse fressen sie hier den mineralhaltigen Schlamm, welcher durchsetzt ist mit Betakarotin und dafür sorgt das sie ihre Farbe behalten. Nach einem Rundgang ging's dann nach vorne zum Eingang, wo es Frühstück gab. Und dann nichts wie rauf auf 4200 Meter. Über die Landschaft kann man garnicht sprechen so traumhaft schön ist sie. Ich werde Bilder sprechen lassen denn in meinem zwar elaborierten aber scheinbar doch beschränktem Wortschatz gibt's kein Wort dafür - haha :D. Durch eine Horde Alpakas (Verwandte des Lamas) fuhren wir immer weiter hinauf. Auf dem Berg angekommen bot sich ein fantastischer Ausblick auf zwei große türkisfarbene Lagunen. Eine kleine Trekkingtour und dann ging's auch schon wieder nach San Pedro. Unterwegs hielten wir noch in zwei kleinen Dörfern in denen das Leben noch so traditionell stattfindet wie vor Jahrzehnten. Ziemlich ko kamen wir gegen 15 Uhr im Hostel an und haben gefaulenzt - denn es war ganz schön anstrengend. Abends ging es dann noch ins Zentrum um Abendessen zu kaufen und noch ein wenig zu bummeln. Plötzlich springt mir jemand von hinten an den Hals - es war niemand anderes als Gabi. Ihr erinnert euch? Sie hat auch 2 Monate in der Fundación gearbeitet und ist jetzt auch zufällig in San Pedro gewesen. Also fix ein Date für den folgenden Abend vereinbart und zurückl ins Hostel backpackerleben genießen. Ziemlich zeitig ging's dann ins Bett denn auch am nächsten Tag hatten wir ordentlich Programm.
Dienstag 4 Uhr (morgens!!):
Es geht los zu den Geysiren. "El Tatio" jedem in Südamerika ein Begriff. Beheimatet sind diese Geysire auf 4300 Metern Höhe direkt neben dem gleichnamigen Vulkan. Ausgerüstet mit Handschuhen, Schal, Mütze und 3 Schichten Kleidung ging es dann los. Juan unser Fahrer sagte uns folgendes: " la primera hora del camino esta muy tranquila. La segunda - muy alegre." Heißt so viel wie: die erste Stunde lang ist der weg noch asphaltiert der Rest - nicht! Und so war es. Durch die heftigen Regenfälle in diesen höhen war die Piste nicht nur holprig sondern auch noch überflutet was das ganze noch schwieriger machte. Nach 3 Stunden schaukelei kamen wir jedoch an. Es war neblig, nur vereinzelt waren rund herum schneebedeckte Vulkangipfel zu sehen. Die Temperatur ging gegen 0! Gut ausgerüstet ging es dann jedoch auf das riesengroße Feld mit Geysiren! Von einem Zentimeter bis hin zu 2-3 Metern ist größentechnisch alles vertreten. Wir liefen ca 2 Stunden dort rum ehe wie frühstückten und zu den größeren Geysiren gingen. Auch dazu lieber Bilder. Zum Schluss ging es dann in eine warme Quelle. Traumhaft. Draußen war es eisig kalt, im Hintergrund die schneebedeckten Vulkane und ringsherum die dampfenden Geysire. Eine halbe Stunde planschten wir in dem schwefelig riechenden Wasser. Als dann alle trocken waren fuhren wir wieder nach San Pedro. Vorbei an Seen an denen Vicuñas und Flamingos lebten, einem Dorf mit 10 Einwohnern und mehreren schneebedeckten Gipfeln. Zurück in San Pedro kauften wir Bustickets für den folgenden Tag, ehe es um 16 Uhr in das "Valle de la luna" ging.
Valle de la Luna .. Traumhaft, atemberaubend, sagenumwoben - ne mal im ernst total genial. Etwas außerhalb von San Pedro liegt das vom Wind zerklüftete und geformte Tal. Ganz unterschiedlich geformte Berge und Hänge bieten ein wunderschönen Anblick. Wir nahmen sogar einige Anstiege in Kauf, um vom höchsten Punkt den besten Blick zu haben. Die umliegenden Vulkane (bis zu 6100 Metern hoch) lassen sich von dort aus sehr gut betrachten. Das Valle de la Luna hat auch noch einiges mehr zu bieten. Unter anderem haben wir und "die drei Marien" angeschaut. Eine Felsformation, die ausschaut wie drei betende Marienfiguren. Ebenfalls bekannt ist das "Amphitheater" eine steil aufragende Felswand. Um uns den Sonnenuntergang anzuschauen, fuhren wir ins "Valle de la muerte" (dt. Tal des Todes)
Aufgrund der hohen Salzkonzentration kann dort nichts leben und sorgt somit für den Namen dieses Gebietes. Am Rande einer Klippe sahen wir zu wie der rot schimmernde Feuerball langsam versank. Ehe sie jedoch ganz verschwunden war, wechselten wir noch einmal den Standort und fuhren in die Kari-Schlucht.
Zum Schluss gab es dann wie üblich für jeden ein Glas Pisco bevor es wieder nach Hause ging.
Im Hostel angekommen gab es schnell Abendessen, ehe Lukas dann loszog um Gabi zu holen. 2Stunden lang erzählte sie von ihrer Reise und wir von der unseren. Totmüde ging's dann ins Bett und am nächsten morgen checkten wir zeitig aus und brachen auf in Richtung Terminal - nächster Halt: Valparaíso!
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