Donnerstag, 30. August 2012

Ja Sie lebt noch, Sie lebt noch ....

Hallo ihr Lieben und Treuen Leser des Blogs,

seit guten 3 Wochen habe ich nun wieder „heimischen“ Boden unter den Füßen. Am Freitag den 10.08 bin ich in meinem Paradies in aller Herrgottsfrühe losgeflogen. Über Santiago, Sao Paulo ( ja endlich kam Lukas dann auch mal nach Sao Paulo. Ich weiß nicht, wer sich noch erinnert das er auf dem Hinflug ständig dorthin, statt nach Buenos Aires wollte) und Frankfurt war dann nach knapp 26 Stunden das Ziel Düsseldorf Flughafen erreicht.
Mit zweistündiger Verspätung ging es Freitags dann um 10 Uhr anstatt um 8 Uhr los. Gut das wir in Santiago 2 ½ Stunden Aufenthalt gehabt hätten, sodass es sich im Enddefekt noch ganz knapp ausging mit dem Anschlussflug nach Sao Paulo – zum Glück. Das Geschrei wäre groß gewesen, wenn wir schon in Santiago nicht vorwärts gekommen wären – ich glaub ich wäre mit der nächsten Maschine wieder zurück nach Iquique. Naja zum Glück war die Maschine grade in Santiago gelandet, da brüllte man dann auch schon mit chilenischem Akzent „Meier und Ernst. Bitte beim verlassen des Flugzeuges beim Bodenpersonal melden.“ Bezüglich unseres Aufenthaltes hatten wir uns dann doch verschätzt und die verbleibende halbe Stunde – ehe es nach Sao Paulo ging – war scheinbar doch ZU WENIG. Also schnell hinter dem Menschen her geeilt, der uns sagte, dass er uns zum Flieger bringen würde. Schnell die Koffer mit „PRIORITY“-Aufklebern versehen, zum Check-In Schalter gehechtet, eingecheckt und dann im Laufschritt zum Gate, sodass wir in die Maschine nach Sao Paulo noch reinkamen – gut das diese Verspätung hatte und uns somit noch Zeit blieb – Südamerika halt – kommse heut nich' kommse morgen. Im Flieger haben wir dann erst einmal abschalten können und jeder auf unserem eigenen kleinen Fernseher Filme geguckt .. Ich weiß gar nicht mehr wirklich welche es waren, denn in Gedanken war ich immer noch in meinem heißgeliebten Iquique bei all den Leuten.
In Sao Paulo angekommen hatten wir – durch die vorangegangenen Verspätungen - ebenfalls nur ein paar Minuten Zeit. Klar ist ja auch, dass man genau in diesen Fälle an Gate A ankommt und von Gate Z wieder abfliegt. So sind wir also – nachdem wir unsere Boardingkarten hatten und wussten das unser Gepäck bis nach Düsseldorf weitergeleitet wird, durch den wuuuuuuuunderschönen Flughafen von Sao Paulo geeilt um in die Maschine zu kommen die uns dann nach Frankfurt bringen sollte. Der Flieger war schon gerammelt voll als wir reinkamen, also schnell das Handgepäck verstaut, die letzten Sachen auf den Sitz geschmissen, einmal kurz durch die reihen geguckt ob man wen kennt und dann gings los. Die Sache mit dem jemanden kennen traf übrigens zu. Ganz hinten in der Ecke sahen wir Bea – sie war aus unserem MaZ-Jahrgang und hatte ein Jahr lang in Bolivien verbracht und wie der Zufall so wollte flogen wir dann gemeinsam über den großen Teich nach Hause.
In Frankfurt angekommen erlebt dann jeder von uns dreien – während wir auf die Anschlussmaschine nach Düsseldorf/Stuttgart warteten sein persönliches blaues Wunder. Lukas, der noch ein paar Euros gefunden hatte, wollte sich eine Cola kaufen gehen und musste erschreckend feststellen das man hier für 500ml ganze 2,50€ zahlen muss. WILLKOMMEN DEUTSCHLAND. Bea und ich sind in der Zeit aufs Klo gegangen und während Sie ganz glücklich darüber war, das Klopapier endlich wieder ins Klo werfen zu dürfen, freute ich mich wie ein Schneekönig, dass das Wasser aus der Leitung NICHT nach Chlor schmeckte.
Kurze Zeit später trennten sich dann unsere Wege. Lukas und ich flogen die letzten 40 Minuten zusammen nach Düsseldorf. Allmählich stieg auch die Spannung – nach einem Jahr endlich die Familie wieder zu sehen war schon ein … keine Ahnung mir fehlt das passende Wort.

Es war ein bisschen wie bei Herzblatt, die Tür öffnet sich und dahinter wartet jemand – nur in unserem Fall halt nicht irgendein Kandidat, sondern wie gesagt die Familie – sogar mein Cousin war da. Noch eine kurze Verabschiedung von Lukas Familie und halt Lukas ehe es dann zum Auto und heimwärts ging.
Tja und jetzt die ganzen Eindrücke dieses Tages zu beschreiben würde zu weit gehen. Es war schön meine Mum und meine Schwester in den Arm nehmen zu können und doch war es sehr sehr komisch. Irgendwie war es schwer über etwas zu reden. Man wollte ja schließlich nicht nur von Iquique erzählen aber sonst gab es nicht gemeinsames denn ich war ja nicht über vieles im Bilde was hier zu Hause so passiert ist in diesem Jahr. So betrieben wir dann ein bisschen Smalltalk, ehe ich dann zu Hause ankam und endlich endlich endlich zu meinen Großeltern konnte. Zu aller erst die Koffer weggelegt und dann direkt weiter zu Oma und Opa denn da gab's schließlich lecker Mittagessen – Königsberger Klopse. Mein anderer Opa kam dann auch dazu und so waren wir alle vereint und weil Oma und Opa ja dann fragten ob ich nicht mal was erzählen wolle, blubberte ich wie ein Wasserfall und für kurze Zeit war der Schmerz und die Sehnsucht nach Iquique in den Hintergrund gerückt.
Meine Mama kam dann allerdings mit noch einem Hammer – eine eigene Wohnung. So war ich den Rest des Tages damit beschäftigt mein kleines Reich ein bisschen einzurichten. Reichlich Fotos von den Leuten aus Iquique, die chilenische Flagge und alle Mitbringsel haben sofort Ihren Platz gefunden. Danach war ich auf dem Geburtstag meines besten Freundes der nicht wusste das ich schon wieder zu Hause war und so sorgte ich für eine grandiose Überraschung.

An keinem der Tage in diesen drei Wochen die jetzt verstrichen sind, habe ich nicht einen Tag nicht an jeden einzelnen dort hinten gedacht. Technik sei Dank, denn so hatte ich schon 3 oder 4 mal die Gelegenheit mit den Leuten vor Ort zu telefonieren. Klar war es danach immer wieder schwer aber für die Momente war es einfach toll alle zu sehen. Es wäre egoistisch von mir zu wollen, dass diese Zeit nie aufhört/aufgehört hätte und so muss ich mich wohl oder übel an den Gedanken gewöhnen.

Mein Körper ist angekommen – Herz,Geist und Seele sind jedoch immer noch unterwegs und werden es wohl auch noch einige Zeit sein und bis dahin wird alles was so normal war, abnormal wirken, wird alles was so selbstverständlich war fremd wirken und alles was mir viel bedeutet hat wertlos sein.

Es gilt den Kulturschock hier zu überwinden, die Nase in den Wind zu strecken und weiterzumachen wo ich aufgehört habe. Denn auch hier gibt es wahnsinnig viele Menschen die mich vermisst haben, mich brauchen und genau das ist das was jetzt zählt.
Im Leben werden ich niemanden aus Iquique jemals vergessen, denn dazu haben alle einfach zu viel für mich getan und sich in meinem Herzen eingenistet.


Über die letzten Wochen in Iquique werde ich euch noch etwas nachreichen und auch die Fotos zu diesem Blogeintrag werde ich nachträglich noch hochladen. Aber fürs erste erst einmal ein kleines Lebenszeichen


Sonnige Grüße ausm Pott
Lisa

Kommentare:

  1. wann kommen die bilder

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  2. Schade, dass man den lezten Weg Deiner Reise nicht mehr miterleben darf.
    Wirklich schaaaaaaade.
    Hätten gerne noch erfahren wie es dir im Pott ergeht und was du nun so machst.

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